
Alltagsökologie, Energie, Konsum
Aktivierung und Kompetenzstärkung von Eigenheimbesitzern (ENEF_H)
Prof. Dr. Stefan Zundel, FH Lausitz
Immanuel Stieß
Jutta Deffner
Doris Hayn
Verbundpartner und Kooperation
04/2008-09/2010
Förderung: Bundesministerium für Bildung und
Forschung

Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung

Ein erhebliches Energie- und CO2-Einsparpotenzial bieten die ca. 14,5 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland. Viele Eigenheimbesitzerinnen und Eigenheimbesitzer gehen das Thema energetische Gebäudemodernisierung bislang allerdings nur sehr zögerlich an. Neben einer unzureichenden Markttransparenz stellen vor allem Informations- und Motivationsdefizite zentrale Handlungsblockaden dar. Das soeben gestartete Verbundforschungsvorhaben "Energieeffiziente Modernisierung im Gebäudebestand bei Ein- und Zweifamilienhäusern - Aktivierung und Kompetenzstärkung von EigenheimbesitzerInnen" untersucht modernisierungsbezogene Handlungsorientierungen und -einstellungen und entwickelt einen integrierten und zielgruppenbezogenen Politik- und Beratungsansatz, der auf klimaschonende Modernisierungen von Eigenheimen zielt.
Mehr als ein Viertel des Endenergiebedarfs in Deutschland wird für die Raumwärme- und Warmwasserbereitstellung in privaten Haushalten benötigt. Durch eine energieeffiziente Gebäudemodernisierung können dieser Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen um bis zu 80% gesenkt werden. Allerdings wird bisher trotz einer Vielzahl von Fördermöglichkeiten und Beratungsangeboten jährlich nur etwa 1% des Gebäudebestandes energetisch modernisiert. 3% scheinen technisch und wirtschaftlich machbar. Eine Erhöhung der Sanierungsquote ist daher unerlässlich, um die anspruchsvollen klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen.
Vor allem die ca. 14,5 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland bieten ein erhebliches Energie- und CO2-Einsparpotenzial. Viele Eigenheimbesitzerinnen und Eigenheimbesitzer gehen das Thema energetische Gebäudemodernisierung bislang allerdings nur sehr zögerlich an. Neben einer unzureichenden Markttransparenz stellen vor allem Informations- und Motivationsdefizite zentrale Handlungsblockaden dar.
Zum Abbau dieser Hemmnisse entwickelt das Verbundforschungsvorhaben einen integrierten Politik- und Beratungsansatz, der auf eine Aktivierung und Motivierung von EigenheimbesitzerInnen für eine energieeffiziente Gebäudemodernisierung zielt. In Anlehnung an die sozial-ökologische Konsumforschung wird die Gebäudemodernisierung als eine strategische Konsumentscheidung betrachtet, die von einem komplexen Zusammenspiel ökonomischer, sozialer und symbolischer Faktoren gekennzeichnet ist. Die Abwägung bestehender Handlungsoptionen erfolgt nicht allein nach objektiven ökonomischen Kriterien, sondern ist in starkem Maße durch subjektive Situationswahrnehmungen beeinflusst, die durch die soziale Situation, die Orientierung an Lebensstilgruppen, die persönliche Risikobereitschaft sowie Aushandlungsprozesse im Haushalt geprägt sind.
Auf Basis einer sozialempirischen Untersuchung hemmender und fördernder Motivallianzen und Bedingungskonstellationen für die Modernisierungsentscheidung wird ein integrierter Politik- und Beratungsansatz erarbeitet, der auf die komplexe Entscheidungssituation der EigenheimbesitzerInnen abgestimmt ist und deren Segmentierung in unterschiedliche Zielgruppen berücksichtigt. Der Ansatz bezieht Beratungsangebote, Marketingmaßnahmen und politische Instrumente aufeinander und stimmt diese auf die spezifischen Entscheidungsbedingungen der einzelnen Zielgruppen ab.
Erarbeitet werden zum einen Empfehlungen für eine innovative Weiterentwicklung des bestehenden politischen Förderinstrumentariums, mit denen die unterschiedlichen Zielgruppen besser erreicht werden können. Zum anderen werden Instrumente entwickelt, die professionelle BeratungsakteurInnen, Modernisierungsdienstleistende und MultiplikatorInnen in ihrer Kompetenz für eine zielgruppenbezogene und alltagsnahe Gestaltung von Beratungsangeboten stärken und diese zu einem effektiven Social Marketing befähigen. Dabei werden Best Practice-Erfahrungen aus ausgewählten EU-Vorreiterstaaten (Dänemark, Österreich, Italien) herangezogen.
Die Bearbeitung des Forschungsvorhabens erfolgt in intensiver Zusammenarbeit mit PraxisvertreterInnen aus den Bereichen Energieberatung, Verbraucherinformation, Kampagnen und politische Instrumente. KooperationspartnerInnen sind: Bremer Energie-Konsens GmbH, dena (Deutsche Energie-Agentur GmbH), GIH (Bundesverband Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker), Haus und Grund (Bundesverband), die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und die ZAB (Zukunftsagentur Brandenburg).
| Verbundpartner | |
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Fachhochschule Lausitz (Projektkoordination) Ansprechpartner: Prof. Dr. Stefan Zundel |
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Institut für ökologische Wirtschaftsforschung gGmbH, Berlin Ansprechpartner: Dr. Julika Weiß |
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Institut für sozial-ökologische Forschung GmbH, ISOE Ansprechpartner: Dr. Immanuel Stieß |
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| Praxispartner | |
| Bremer Energie-Konsens GmbH | |
| dena - Deutsche Energieagentur GmbH | |
| GIH - Bundesverband der Gebäudeenergieberater im Handwerk | |
| Haus und Grund - Bundesverband | |
| Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen | |
| ZAB - Zukunftsagentur Brandenburg | |
| Internationale Partner | |
| Österrreichisches Öko-Institut | |
| Alto Adige / Ökoinstitut Südtirol | |
| Statens Byggeforskningsinstitut (Danish Building Research Institute) |
Interessante Links zum Thema:
CO2-Gebäudereport 2008
http://www.bmvbs.de/Bauwesen-,1406.1032133/Der-CO2-Gebaeudereport-50-Mill.htm