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Sozial-ökologische Verkehrsgeneseforschung: Wo stehen wir – wo geht’s hin?

Dipl. soz. Steffi Schubert Institut für sozial-ökologische Forschung

Zusammenfassung zu Schubert, S. (2004): Sozial-ökologische Verkehrsgeneseforschung. Wo stehen wir – wo geht’s hin?. In: Dalkmann, H./M. Lanzendorf/J. Scheiner (Hrsg.): Verkehrsgenese. Entstehung von Verkehr sowie Potenziale und Grenzen der Gestaltung einer nachhaltigen Mobilität. Studien zur Mobilitäts- und Verkehrsforschung Band 5. Mannheim, S. 39-50

Im vorliegenden Beitrag wird ein Überblick über den Ansatz der sozial-ökologischen Verkehrsgeneseforschung gegeben. Zu Beginn wird dargestellt, welche Neuerungen und Ansprüche ein sozial-ökologischer Forschungsansatz in die Verkehrsforschung eingebracht hat. Zentraler Aspekt war hierbei, die subjektive Dimension – Einstellungen, Orientierungen und motivationale Hintergründe – als verkehrserzeugenden Faktor in die Verkehrsforschung einzubringen und somit Handlungsoptionen zu eröffnen, die auf der NutzerInnen-Ebene über den Rahmen reiner Kosten-Nutzen-Kalküle hinausgehen. Notwendig für diesen neuen, akteursorientierten Ansatz war die Einführung eines interdisziplinären Konzepts, das im Rahmen des Projektes "CITY:mobil" entwickelt wurde.

Nach der Rückschau auf den Beginn der sozial-ökologischen Verkehrsgeneseforschung folgt ein kurzer Blick auf den Status Quo: Welche Ansprüche konnten umgesetzt werden und welche Erfolge in der Forschungslandschaft konnten durch den Ansatz erzielt werden? Hier sind insbesondere die prägnanten Ergebnisse – die starken Verhaltensdifferenzen zwischen den "orientierungshomogenen" Gruppen – und auch die gelungene Integration – die Entwicklung der dreidimensionalen Mobilitätsdefinition, die Verknüpfung von Methoden der Lebensstilforschung mit Methoden der Verkehrsverhaltenserfassung und das Syntheseprodukt in Form der "Mobilitätsstile" hervorzuheben. Dass der Ansatz erfolgreich war und ist, zeigt sich darüberhinaus in der Akzeptanz und mittlerweile Verbreitung im Feld der Verkehr erforschenden Disziplinen.

Der Blick wird aber auch auf die nicht eingelösten Ansprüche und aufgetretenen Schwachpunkte gerichtet. Trotz erfolgreicher Integration von Sozialwissenschaft, Verkehrsforschung und auch Verkehrsökologie bestehen im Bereich der Integration noch Schwächen. So geht Integration häufig nicht über eine Addition multidisziplinärer Ansätze hinaus. Insbesondere fehlt für das komplexe Feld der Mobilitätsforschung eine Systematik zur Integration, sowie Methoden zur Verknüpfung verschiedener, disziplinärer Ansätze.

Die festgestellten Schwächen führen dann weiter zu einem Ausblick, in dem benannt wird, was notwendig ist, um den bislang nicht erfüllten oder nicht ganz erfüllten Ansprüchen gerecht zu werden und wie mit den diagnostizierten Schwächen weiterhin zu verfahren ist. Die Erarbeitung einer Integrationssystematik steht hierbei ebenso im Zentrum, wie die damit einhergehende Erfassung relevanter Integrationsebenen und die (Weiter-)Entwicklung adäquater Methoden und Instrumente. Handlungsbedarf ist insbesondere bei der Integration des Raums in die sozial-ökologische Mobilitätsforschung gegeben. Die Integration bezieht sich hierbei nicht nur auf einen theoretischen Rahmen, die empirische Umsetzbarkeit muss ebenfalls gegeben sein.

Darüber hinaus wird der Blick auf eine Weiterentwicklung, vielleicht sogar eine Neuorientierung der sozial-ökologischen Verkehrsgeneseforschung gerichtet. Dieser Ausblick geht von der Frage aus, ob die in den 90er Jahren erarbeitete Problembeschreibung heute noch in gleicher Weise zutreffend ist, oder ob und welche anderen Entwicklungen zu einer neuen Formulierung der zentralen Frage- und Problemstellung führen müssen.

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