Bevölkerungsentwicklung und Versorgung
Dr. Diana Hummel
hummel@isoe.de
Population
Dynamics and Supply Systems. A Transdisciplinary
Approach
Hummel, Diana/Lux, Alexandra: Population decline and infrastructure: The case of the German water supply system. In: Population Decline and Infrastructure / Vienna Yearbook of Population Research 2007. Download
Die Versorgung der Bevölkerung - Wirkungszusammenhänge zwischen demographischen Entwicklungen, Bedürfnissen und Versorgungssystemen ... mehr
Forschungen über die demographische Entwicklung analysieren zumeist entweder die Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung auf gesellschaftliche Teilbereiche (z.B. soziale Sicherungssysteme, Arbeitsmarkt) oder deren ökologische Folgen (z.B. Ressourcenverbrauch, Flächennutzung). Die sozial-ökologische Forschung am ISOE konzentriert sich demgegenüber auf Wechselbeziehungen zwischen demographischen und sozial-ökologischen Prozessen sowie die daraus entstehenden Problemlagen. Die Bevölkerungsdynamik - Veränderungen der Geburtenraten, der Lebenserwartung, Altersstruktur, Wanderungsbewegungen, Urbanisierungsprozesse etc. – wird durch ein Zusammenspiel biologischer, ökologischer, sozialer und ökonomischer Faktoren beeinflusst und wirkt umgekehrt auf diese Faktoren ein. Gesellschaftliche und natürliche Prozesse überlagern und durchdringen sich dabei und können komplexe Krisendynamiken ausbilden. Damit rücken Regulationsprobleme ins Zentrum.
Demographische Veränderungen werden in ihren Wechselwirkungen mit anthropogen genutzten Ökosystemen untersucht. Sozial-ökologische Systeme wie z.B. Versorgungssysteme für Wasser, Nahrung oder Energie sind regulierte Gefüge, welche in Abhängigkeit von der Bevölkerungsentwicklung, aber auch den je spezifischen institutionellen Rahmenbedingungen, Techniken, sozialen Praktiken und Wissensformen die Beziehungen zwischen natürlichen Ressourcen und Nutzern strukturieren. Die Bevölkerungsdynamik bildet somit eine Randbedingung von gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen: Gesellschaftliche und demographische Entwicklungen sind interdependent, nicht determiniert. Die sozial-ökologische Problemanalyse stellt damit die fehlenden oder nicht hinreichend ausgebildeten Adaptionsmöglichkeiten von Gesellschaften an demographische Veränderungen in den Mittelpunkt. Besonderheiten sind dabei: